Sie sind hier: Aktuelles » Dreifacher Einsatz - aber nur ein Patient

Dreifacher Einsatz - aber nur ein Patient

Auch gestern waren vom Roten Kreuz in Isny wieder mehrere Helfer in teilweise langwierigen Einsätzen - gerettet wurde aber nur ein Patient.

Es ging morgens um 9:30 los, eine kurze SMS unseres „KFZ-Notarztes“: „Kannst Du mal kurz allen Bescheid sagen, ich baue die Ladegeräte in das Einsatzgruppenfahrzeug ein. Der ist dann ab jetzt nicht einsatzfähig.“ Und kurz drauf: „Du fährst doch eh gleich zum TÜV, kannst Du mir noch Deine Nietenzangen und Blindnieten mitbringen?“

Gleich nach dem TÜV zum Angelehof, der Innenraum des Einsatzwagens war schon halb zerlegt, um die Kabel einzubauen. Es mußte ein fest eingebautes Erhaltungsladegerät für die KFZ-Batterie nachgerüstet werden, und für die Handfunkgeräte Ladehalterungen eingebaut, zudem einige fahrzeuginterne Stromkreise von der Hauptbatterie verlegt werden, damit der Wagen immer startfähig ist. Praktische Erfahrungen, die in den Einsätzen gemacht wurden.

Als besondere Herausforderung müssen die Modifikationen vollständig und schnell rückbaubar sein, ohne Schäden zu hinterlassen.

Beim gemeinsamen Weiterarbeiten fiel auf, daß die ursprüngliche Lösung für den Stromanschluß für die Ladegeräte nicht optimal war. Also auf zur Firma Lohr in Leutkirch, die sich auf Ausbauten von Einsatzfahrzeugen spezialisiert hat, dort eine Außensteckdose besorgen und wieder zurück.

Für unseren KFZ-Spezialisten war Zwangspause angesagt: Es riefen häusliche Pflichten, er mußte erstmal Holz spalten. Die Pause blieb nicht ungenutzt, zusammen mit einem anderen aus unserem Team ging es ins Umland, bei den verschiedenen Autohäusern nach dem erfolgreich gespendeten Einsatzfahrzeug für unseren „Helfer-vor-Ort“ suchen. „Mir ist es wichtig, daß wir möglichst ein Auto von einem lokalen Anbieter kaufen“ erklärt der Isnyer-Rot-Kreuz-Vorstand Professor Dr. Dieing.

In Wangen stand das Team gerade bei einem Händler, als ihre Piepser gingen - ein Einsatz für den Wangener „Helfer vor Ort“: „Verkehrsunfall schwer, PKW gegen Rad“. Bei solchen Notfällen alarmiert im Alt-Kreis Wangen die Rettungsleitstelle nicht nur den örtlichen „Helfer vor Ort“, sondern auch alle anderen Einsatzkräfte, falls zufällig wer in den Nähe ist, so daß mit etwas Glück schneller geholfen wird. Überzeugungsarbeit der anderen Art beim Verkäufer: „Müßt Ihr los“ „Ja!“ „Ich melde mich!“

Im dichten Feierabendverkehr zeigte sich gleich wieder: Einsätze im Privatfahrzeug sind wegen der schlechten Erkennbarkeit anstrengend. Trotzdem waren unsere Helfer nach 2 Minuten am Einsatzort und konnten vor dem eintreffenden Notarzt, dem „Helfer vor Ort“ aus Wangen und dem Rettungswagen der Firma KAP den Patienten versorgen, der glücklicher Weise nicht so schwer verletzt war, wie die Alarmierung befürchten lies.

Zurück in Isny ging es wieder zur automobilen Baustelle, den Einbau fertigstellen - ein Team aus vier Helfern schraubte bis morgens um 01:30. Dann war das Auto wieder einsatzklar und der Umbau fertiggestellt.

25. March 2016 10:55 Uhr. Alter: 2 Jahre