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Punktlandung

Pünktlich zur 150-Jahr-Feier ist das neue "Helfer-vor-Ort"-Auto fertig geworden.

Auch wenn das Guiness Buch der Rekorde keine Statistik über das Herstelltempo von Einsatzfahrzeugen führt, haben wir das Gefühl, in Rekordzeit vom Beginn der Spendenaktion bis zum fertigen Auto unterwegs gewesen zu sein:

Am 04.02. um 08:19 startete die Spendenaktion auf der Seite der Crowd-Funding-Plattform der Volksbank Allgäu-West, dort mußten wir zunächst 100 Fans für unser Projekt sammeln. Das haben wir am 08.02. um 10:17 der Volksbank "melden" können und ab 10:24 durften dann Spender auf der Plattform unser "Helfer-vor-Ort"-Auto-Projekt finanziell unterstützen.

Am 17.03. um 11:58 bloggten wir schon, daß die magischen 10.000 € für unser Auto zusammen waren.

Dann "bremsten" die Vereinspflichten: Eine Bereitschaftsversammlung mußte entscheiden, welches Auto gekauft wird, dazu waren Ladungsfristen zu beachten. Die Wahl fiel am Abend des 29.03. auf einen Subaru Forester 2.0X Celebration, den wir am 02.04. aus Ravensburg abholten, direkt zum Lackierer Absch in Leutkirch zur Vorbesprechung fuhren, und weiter nach Isny. Auf dieser Heimfahrt durfte er schon seinen ersten Einsatz absolvieren.

In Isny zerlegte ihn ein Team von uns für den Lackierer, am 03.04. ging er auf dem Anhänger der Bergwacht Isny nach Leutkirch zur Lackiererei Absch.

Dort konnten wir ihn erst etwas verspätet wieder abholen, weil es zu einer intensiven Diskussion kam, wie der Styleguide des DRK anzuwenden sei, die die Arbeit des Lackierers blockierte. Doch am 15.4. war es soweit, das Auto kam wieder auf den Hänger der Bergwacht, ging zurück nach Isny. Dort schraubten wir alle Teile an, die beim anschließenden Ausbau mit Funk und Blaulicht nicht im Weg sein würden, und schleppten ihn am Sonntag, den 17.4. um 9 Uhr morgens wieder auf dem Bergwachthänger nach Leutkirch, diesmal zur Firma Lohr, die auf den Ausbau von Einsatzfahrzeugen spezialisiert ist und deren Werkstatt und Wissen wir nutzen durften.

Am ersten Tag schraubte ein Team bis abends um 20:00 Uhr, Montagabend ging es ab 18:30 bis ca. 22:30 weiter, Dienstag hatte niemand Zeit - auch Ehrenamtliche haben einen Hauptjob und Familie.

Mittwoch ging es in wechselnden Teams von morgens 8:30 bis abends 22:30, die Nerven lagen so blank wie die abisolierten Drahtenden: Donnerstagmittag 13:30 war todesmutig ein TÜV-Termin zur Abnahme der Sondersignalanlage vereinbart, letzte Chance vor der 150-Jahr-Feier am Freitag. Die Stimmung schwankte zwischen: "Anpacken, wir schaffen das" bis hin zum "aufgeben, das ist unmöglich".

Doch das Team kämpfte, biß sich durch - und am Mittwochabend sah es machbar aus, fertig zu werden.

Donnerstagmorgen um 8:30 standen wieder drei beim Schrauben, und siehe da: Es ging auf die Zielgerade. Nicht ohne Rückschläge, in einer Pressluftfanfare fehlte ein Dichtring - den Fehler muß man erstmal finden...

Doch Punkt 13:00 - die Werkstatt sah aus wie ein Schlachtfeld - blieb alles stehen und liegen, mit dem Versprechen aufzuräumen, und es ging zum TÜV, zur Zulassungsstelle und zurück zur Werkstatt, aufräumen.

Um 18:30 rief - ohne Pause - die nächste Werkstatt, ein Holztechniker in unserem Team hatte sich angeboten, die nötigen Konsolen für die zusätzlichen Schalter zu bauen. Bis 0:30 dauerten die Restarbeiten dort.

Dann lief zwar der Funk noch nicht, aber alle waren zu müde, Meßgeräte fehlten auch - also heim... Am nächsten Tag, um 6:30 war klar: Dem Funk "fehlte" nur der Strom, die Sicherung war durchgebrannt. Ab 6:50 kam die Materialbeladung ins Fahrzeug, weiter zum Subaru-Händler, noch ein paar Teile bestellen - und dann putzen und herrichten für die 150-Jahr-Feier, um 16:30 war das auch geschafft.

Beim Versuch, anschließend mit der Leitstelle zu funken, stellte sich raus: Funkempfang war erste Klasse, nur Senden ging nicht.

Daher stand der Wagen heute nochmal kurz in der Werkstatt der Firma Lohr in Leutkirch: Die Ursache war banal, das Funkgerät früher an einem Fahrzeug mit Aussenlautsprecher verbaut, dadurch waren zwei Kontakte offen, die normal über eine Steckbrücke verbunden sein sollten.

Um 13:55 dann der "erlösende" Funk mit der Leitstelle, erstklassige Sprachqualität geprüft und "einsatzbereit" gemeldet.

Ab jetzt ist das neue Auto für Sie in Isny im Einsatz!

Vielen Dank an Sie, die uns mit Spenden das möglich gemacht haben, vielen Dank an die Volksbank für das Co-Funding, vielen Dank an die Firmen Absch und Lohr, und einen Riesendank an unser "verrücktes" Team, das unermüdlich gekämpft hat und unmögliches vollbracht hat: Von der Bereitschaft sich einen Tag auf den Wochenmarkt zu stellen bis hin zur Nachtschicht beim Schrauben: Ihr seid's der Wahnsinn! Ohne Euch wäre das nie gegangen. Danke!

23. April 2016 15:30 Uhr. Alter: 2 Jahre